Sprecherrede im Wintersemester 2014-15

Liebe Bundesbrüder,
Verehrte Anwesende,

für mich ist dies heute Abend die letzte Kneipe als Sprecher der Rheno-Alemannia. Zugleich endet damit für mich nach zweieinhalb Jahren auch meine Aktivenzeit bei der Rheno. In den Augen meines Leibburschen kann ich schon lesen: „Zum Glück!“, denn ein paar Worte, da kennt er mich zu gut, würde ich zum Abschied aus dem Aktivenleben gerne noch verlieren.

Wenn ein Sprecher eine Rede hält, so sollte immer ein kleiner geistreicher Gedanke dabei sein, ein Anstoß zum Nachdenken. Alte Saufgeschichten könnte ich auch nach der Kneipe noch erzählen, wurde mir gestern Abend noch geraten. Geistreiche Reden leitet man am besten mit geistreichen Zitaten ein, dachte ich mir. Nun muss ich leider gestehen, dass ich kein tiefsinniges Zitat gefunden habe, von dem ich sicher sein könnte, dass es dem heutigen Kneipabend entspricht. Ich möchte daher der Kneiptafel die Auswahl überlassen, indem einfach jeder demjenigen Zitat zutrinkt, welches seiner Ansicht nach dieses Kriterium am besten erfüllt.

Da wäre zunächst:

„Es ist besser, den Abschied zu nehmen, wenn viele Menschen noch sagen: Schade!“
– Hildegard Hamm-Brücher

„Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung.“ – Theodor Fontane

„Burschenschaften stehen über dem Grundgesetz.“ – Fux Blicha, WS 14/15


Tatsächlich ist für mich persönlich das letztgenannte Zitat das passendste. Denn natürlich hängt auch daran, nun im Rückblick, eine persönliche Erinnerung. An unseren Aktivenconvent, als die neue Satzung unserer reaktivierten Aktivitas beschlossen wurde und als dieser Ausspruch – natürlich im Spaß – fiel. Als unser Alter Herr Gaschzick spät abends auf das Haus kam und ganz perplex die sonst so versoffenen Aktiven über Satzungsänderungsanträgen brüten sah. Erinnerungen wie diese an einen gemeinsamen Besuch mit unserem Alten Herrn Kraft auf der Wies’n in München, eine schreckliche Heimfahrt von dort am nächsten Tage; genauso wie an einen ereignisreichen Besuch des Tübinger Stocherkahnrennens und ja, eben viele, viele Saufgeschichten. Im Übrigen, das wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch eine lebhafte Erinnerung an eine Wanderung im Schweizer Hochgebirge mit unserem Alten Herren Högg. Inklusive Gletscherroute, die unseren Fuxen Erat, welcher im nächsten Semester das Amt des Sprechers übernehmen wird, zu dem Versprechen veranlasst hat, 100 Mensuren zu schlagen, wenn er wieder heil vom Berg herunter kommt. Wie man sehen kann, hat er es geschafft und er hat noch viel vor…

Was aber ist all diesen Geschichten gemeinsam? Irgendwie lernt man eben auch etwas dabei – nicht wahr, Marco? Was soll das genau sein, was man bei all diesen (Sauf-)Geschichten in einer Studentenverbindung lernt? Nun, für mich war tatsächlich auch eine Motivation, diesem Bund beizutreten, mir damit, wie man so sagt, eine „dickere Haut“ zuzulegen. Mit dem Umgangston, der unter uns Aktiven teilweise herrscht – man muss dazu sagen: mein Leibbursch ist in Backnang aufgewachsen und wurde dort sozialisiert – war ich in diesem Lernprozess schnell drin.

Mein Fazit: in einer Burschenschaft lernt man (auch) die Auseinandersetzung. Davon gibt es so manche. Ja, auch beim Pauken, wenn man letzten Endes in der Bestimmungsmensur seinen Mann steht. An zweiter Stelle aber vor allem auch im Diskurs. Gerade im Sprechersemester ist man gefragt, Verantwortung zu übernehmen. Für Vieles wird man unvermeidbar auch kritisiert. Und an dritter Stelle lernt man schließlich auch aus der Auseinandersetzung mit sich selbst.

Meinen Mitaktiven, den neuen Füxen und Chargen, wünsche ich ebensolche Erfahrungen. Spaßige wie lehrreiche, bevor es anderswo vielleicht etwas mehr schmerzt, mal auf die Nase zu fliegen.

Ich für meinen Teil habe in der Rheno-Alemannia viel durch die Auseinandersetzung gelernt. Und Gott weiß, ich bin noch nicht fertig mit dem Lernen. Noch ein Zitat, wer kennt es nicht:

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ – Sokrates

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