Die Entstehung der Urburschenschaft

Nach dem Siegeszug Napoleons und den deutschen Freiheitskriegen 1813 ging eine nationale Strömung durch die Bevölkerung und vor allem durch die Studentenschaft. Keine andere Bevölkerungsgruppe hatte einen solchen hohen Anteil an Freiwilligen wie die der Studenten, auch wenn diese insgesamt nur fünf Prozent der Gesamtzahl an Freiwilligen ausmachten.Viele Studenten  der sogenannten Freikorps erhofften sich einen monarchistisch geprägten deutschen Einheitsstaat, jedoch auf demokratischer Basis. Das aus 38 absolutistisch regierten Kleinstaaten bestehende Vaterland sollte mit der Nationalbewegung überwunden werden. Unter den Protagonisten dieser ersten Nationalbewegung finden sich dabei manche große Namen: so zählten zu ihnen der Philosoph Johann Gottlieb Fichte, der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt sowie Friedrich Ludwig Jahn, der später auch „Turnvater Jahn“ genannt wurde. Ein gemeinsames deutsches Nationalgefühl beschwörend reisten sie zu den verschiedenen Universitätsstädten um sich bei den dortigen Landsmannschaften und Corps für eine Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei einzusetzen.

Der im Anschluss an die Napoleonischen Kriege stattfindende Wiener Kongress machte all die Hoffnungen auf einen demokratischen Einheitsstaat, in dem freiheitliche Werte wie das Briefgeheimnis, die Freiheit der Presse und der Meinung gelten sollten, jedoch vorerst zunichte. So beschlossen Studenten in Jena am 29.Mai 1915 die Auflösung ihrer Verbindungen zugunsten einer gemeinsamen, ersten burschenschaftlichen Korporation. Die noch heute bestehende Jenaer Urburschenschaft gründete sich aus verschiedenen dortigen Landsmannschaften, wobei sich die Landsmannschaft „Vandalia“ nach teils heftigen Auseinandersetzungen als treibende Kraft hervortat. Die Jenaer Urburschenschaft wandte sich mit ihrem Wahlspruch Ehre, Freiheit, Vaterland gegen die Beschlüsse des Wiener Kongresses. Als Farben wählten die Studenten Schwarz-Rot-Gold, das den Farben ihrer Uniformen aus den Freiheitskriegen entsprach. Sehr schnell erfolgten Gründungen von Burschenschaften in Breslau, Erlangen, Heidelberg und anderen Städten.

Neben ihrer politischen Zielsetzung war das eigentlich Neue an der burschenschaftlichen Bewegung ihr Bild vom einzelnen Studenten: die geistige, freiheitlich-sittliche Bildung und die Erziehung des Einzelnen zur Verantwortung für das Ganze wurden den Schülern von Jahn, Fichte, Friesen und Arndt zu Idealen. Unter Ablehnung übersteigerter individualistischer und weltbürgerlicher Tendenzen der Aufklärung stellten die Urburschenschafter als echte Kinder der Romantik den Glauben an die besondere Bestimmung und Bedeutung des Volkstums in die Mitte ihres Denkens und Handelns. Ihr idealistisches Streben und die Reinheit ihres Wollens sind bis heute dem korporierten burschenschaftlichen Studententum ein Vorbild.

Die heutige Bundesfahne der Deutschen Burschenschaft wurde 1816 der Jenaischen Urburschenschaft von Frauen aus Jena gestiftet. Sie wird heute noch bei festlichen Anlässen geführt und ist sonst im Museum der Stadt Jena ausgestellt.

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